All posts tagged: Forschung

Podcast Salongespräche: Was wir über geflüchtete Menschen wissen mit Judith Kohlenberger

Judith Kohlenberger ist Wissenschaftlerin und forscht zum Thema Flucht und Migration und hat zu diesem Thema  zahlreiche Ergebnisse veröffentlicht. In dieser Folge erzählt Judith über ihr Tun, wie sie durch Forschung Fakten schafft und diese auch für die Zivilgesellschaft aufbereitet. Judith weiß wer die Menschen sind, die 2015 nach Österreich geflohen sind, welche Potentiale in ihnen stecken und wie es ihnen gesundheitlich geht. Sie weiß aber auch von den Herausforderungen und wo Ansatzpunkte für die Lösung dieser liegen. Wir reden über den enorm wichtigen Stellenwert der Integration von Frauen und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit diese gelingen kann. Denn „If you educate a man, you educate an individual, but If you educate a woman, you educate a nation“ (Afrikanische Sprichwort). Judith erzählt auch warum sie als Wissenschaftlerin, als eine von Vielen, die Initiative Ausbildung statt Abschiebung unterstützt.

If you educate a man, you educate an individual, but If you educate a woman, you educate a nation (Afrikanisches Sprichwort)

Eine spannende Broschüre mit Forschungsergebnissen von Judith Kohlenberger zum Thema psychosoziale Gesundheit von Geflüchteten in Österreich findet ihr unter diesem Link:

Projektbroschüre

Projektwebsite

Initiative Ausbildung statt Abschiebung

Der Podcast Salongespräche ist zu hören auf:

Apple Podcasts

Spotify

Google Podcasts

Pocket Cast uvm.

Viel Freude beim Hören!

Fremde werden Freunde ist 2015 entstanden. Gemeinsam haben wir seither mehr als 650 Veranstaltungen als Orte der Begegnung, durch Freiwilligenengagement, organisiert. Mittlerweile betreiben wir einen Salon im Herzen von Wien: Den Freunde Salon für Miteinander und Zivilgesellschaft. Hier findet Begegnung statt.  Aus diesem senden wir auch unseren Podcast.

 

Gefällt dir unser Podcast und unser Tun? Dann unterstütze uns bitte mit einem finanziellen Beitrag. So bringen wir gemeinsam noch mehr Menschen in Begegnung. Mit deiner Unterstützung bringen wir noch mehr Menschen zusammen. Du ermöglichst die Inklusion benachteiligter Menschen in unsere Gesellschaft und stärkst das Tun unserer Freiwilligen. Danke!

https://www.fremdewerdenfreunde.at/spenden/

 

No comments
Fremde werden FreundePodcast Salongespräche: Was wir über geflüchtete Menschen wissen mit Judith Kohlenberger
weiterlesen

Die Sprache(n) der Fremden/Freunde

Sandra Radinger

In meiner Diplomarbeit (2016), die ich mittlerweile schon auf mehreren Konferenzen präsentieren durfte, untersuchte ich die Interaktion zwischen Geflüchteten und ansässigen Wiener*innen aus sozio-linguistischer Perspektive. Die Frage war, wie und mit welchen sprachlichen Ressourcen sich zunächst „fremde“ Personen verwenden, um miteinander zu kommunizieren und wie sie ihre Sprachen in diesem Miteinander erleben.

Mit Sprachtagebüchern und Interviews zu den Ergebnissen

Sechs Personen aus dem Kreis der „Fremde werden Freunde“ führten dazu ein Sprachtagebuch. Im anschließenden Interview teilten sie mit mir ihre Erfahrungen und Gedanken über die Rolle ihrer Sprachen in ihrem Leben. Nicht nur aufgrund der Aktualität des Themas „Mehrsprachigkeit“, sondern auch durch die Ergebnisse meiner Arbeit in Hinblick auf Handlungsfähigkeit und Sprachbewusstsein, sind die Einblicke in die Sprach(en)-Welt der „Fremde werden Freunde“ besonders interessant für die Forschung:

Zunächst verdeutlichen die Ergebnisse, dass Menschen, die in der Organisation aktiv mitarbeiten, bereits durch ihr Mitmachen eine Message nach außen abgeben. Im Diskurs um die „Flüchtlingskrise“, positioniert man sich durch dieses Handeln deutlich. Handlung wird Sprache.

Durch Wille und Engagement wird eine Praxis des Miteinanders entwickelt, die „Fremde“ in „Freunde“ umdeutet.

Sandra Radinger

Begegnung fördert die sprachlichen Interaktion

Außerdem zeigte sich, dass „FwF“ einen Rahmen bietet, in dem man nicht bloß miteinander Sachen unternimmt, sondern auch miteinander neue Wege der sprachlichen Interaktion findet. Durch Wille und Engagement wird eine Praxis des Miteinanders entwickelt, die „Fremde“ in „Freunde“ umdeutet. Die Notwendigkeit des Willens zur Interaktion und dem daraus folgenden Engagement der Teilnehmer*innen scheint durch das bewusste Eintreten in den Raum des Miteinanders besonders hervorgehoben zu werden. In den Gesprächen zeigten die Teilnehmer*innen überwiegend hohes Bewusstsein über die Notwendigkeit von erhöhtem Investment an Zeit, Geduld, und Interesse am „fremden“ Gegenüber. Je nach Situation, Ziel und Beziehung der Beteiligten wird dieses Investment auch getätigt.

Mit geteilter Verantwortung zu erfolgreicher Kommunikation

Die Teilnehmer*innen agieren in mehrsprachigen Kontexten zum Beispiel als Übersetzer*innen, fragen gezielt nach der Bedeutung von Phrasen, geben dem Gegenüber Zeit sich auszudrücken und sprechen das Thema der Sprachwahl offen an. Durch Strategien wie diese, zeigen die Teilnehmer*innen ein hohes Bewusstsein über die geteilte Verantwortung einer erfolgreichen Kommunikation und auch die Bereitschaft diese aktiv zu übernehmen, bzw. einfordern.

Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass der Blick auf Sprach- und Interaktionsräume wie FwF, die Entwicklung von Sprachpraktiken fördern kann, die alle beteiligten als direkte Gesprächspartner*innen verstehen und ihnen die Würde und Handlungskraft als solche zugestehen.

No comments
Fremde werden FreundeDie Sprache(n) der Fremden/Freunde
weiterlesen